Phase 1 - Tag 7. Verdrängung + Zeit für Dich!



Phase 1 - Tag 7: Verdrängung + Zeit für Dich!

In der ersten Phase einer Krise gibt es Menschen, die gar nicht betroffen erscheinen und erzählen, wie froh sie denn nicht sind darüber, dass sie jetzt mehr Zeit haben, endlich mal schlafen können oder sich auch gar nicht über Details informieren wollen. Rationalisierte beruhigende Inhalte werden zur Stabilisierung verwendet.


Das Leugnen und die Verdrängung der Schwere einer Situation dient dazu, nicht mit einer Tatsache konfrontiert zu werden, die bedrohlich und schwer zu akzeptieren ist.

Die Herausforderungen, dass der Alltag völlig anders verläuft, man alleine oder aber mit der gesamten Familie ausgesetzt sind, sind sehr große Veränderungen und Belastungen.


Es gibt Personen, die weigern sich diese Veränderungen zu akzeptieren. Bei der Verleugnung handelt sich um das innerpsychische Pendant zum Abwenden des Blickes von einer Gefahrenquelle. Die Verdrängung ist die Fähigkeit, belastende, schmerzliche, unangenehme Erinnerungen, Gedanken und Wünsche aus dem Bewusstsein zu verbannen, auszublenden und ins Unbewusste abzuschieben.

Psychische Abwehrmechanismen sind nicht krankhaft, sondern gehören zur psychischen „Grundausstattung“ jedes Menschen. Sie werden unbewusst gegenüber störenden inneren und äußeren Ereignissen angewendet und sollen vor Angstgefühlen schützen.


Jedoch ist es wichtig – und das braucht Zeit, die wir uns bewusst nehmen müssen – um diese großen Veränderungen, die uns gerade betreffen und betroffen machen, zu verarbeiten.


Die Zeit, ist die, die wir brauchen, um uns auch einstellen zu können, auf die völlig neue Situation. Je mehr Zeit wir uns geben und umso mehr Akzeptanz und Toleranz aller Emotionen und Belastungen, umso besser und leichter haben wir es danach.


Je mehr Verdrängung und Verleugnung da ist, umso belastender sind die Auswirkungen später, mit denen wir dann viel mehr Zeit brauchen, als wenn wir am Beginn uns die Zeit geben. Denn die zu starke Verleugnung und Verdrängung stört logische Denkprozesse, emotionales Empfinden, Empathie und die Realitätsprüfung. Infolgedessen kann zudem die Lernfähigkeit eines Individuums in Bereichen eingeschränkt sein, die immer wieder der Abwehr unterliegt, weil auf diese ausgeblendeten Inhalte keine Erinnerungen aufgebaut werden können.


Denn die verleugneten Bewusstseinsinhalte sind nicht wirklich vergessen und erledigt. Sie sind lediglich dem Zugriff des Bewusstseins entzogen, in den seelischen Untergrund verschoben. Dort arbeiten sie im Verborgenen weiter, lösen unter Umständen massive Ängste, Verhaltensstörungen, Blockaden und depressive Zustände aus.


Macht Pausen, wenn du zuviel tust – denn auch das kann eine Abwehr von schwierigen Emotionen sein. Komm in Aktion, wenn du wenig oder gar nichts tust und voll im Rückzug bist.

Die sanfte Konfrontation mit der Lage ermöglicht ein in die Mitte kommen zwischen Loslassen und Festhalten, zwischen Erinnern und Vergessen, zwischen dem Drang, Impulsen nachzugeben und der Notwendigkeit, sie zu unterdrücken, zwischen Vergegenwärtigen und Verleugnen.

Und sie erspart Dir auch spätere Folgen der zu starken Verdrängung, wenn man sich jetzt die Herausforderung nicht zugesteht und sich in Extreme begibt, sich mit Medikamenten oder Alkohol betäubt.


„Wenn du dir Zeit zum Denken, Schreiben und Malen nimmst, wird aus dem Durcheinander Ruhe“.


Nimm Dir die Zeit + und ein Blatt Papier:

Bemale das Blatt mit Wasser- oder Gouachefarben voll mit deinen Belastungen. Gehe ganz unkontrolliert vor. Du kannst soviele Schichten es für dich braucht machen - male die Farben frei und abstrakt aufs Papier – lasse alles aus dir raus, was gerade herauskommen mag.

Dann mache eine Pause und betrachte dein eigenes Bild. Lasse die Emotionen dazu kommen. Schreibe dann auf, was du beim Prozess und auch beim Betrachten des Bildes erlebt hast.

Mache dann, solange das Bild noch nass ist, einen Abdruck mit einem anderen Blatt Papier.

Kritzle dann auf dem Abdruck das, was kommen mag. Alles ist gut. Auch das, was nicht gut ist.