Phase 2 - Schritt 11. Schuldgefühle, Verantwortung + deine eigenen Gesetze finden



Phase 2_Schritt 11: Schuldgefühle, Verantwortung + deine eigenen Gesetze finden:


Jetzt sind wir in der 2. Krisenphase besonders mit den aufbrechenden Gefühlen und dadurch sind wir auch vermehrt mit der Schuldynamik konfrontiert.


Zugegeben – Schuld ist kein beliebtes Thema. Mit Schuld mag man eigentlich nichts zu tun haben und doch ist das eine unbewusste Dynamik, die jede/r ausgesetzt ist.

Auch Religionen verwenden das Thema Schuld.

Einerseits z.B. über die Erbsünde, die dazu führt, dass wir per se schuldig seien, ab Geburt schon. Und gleichzeitig das Versprechen im Raum ist, dass uns zum Beispiel Jesus/Gott unsere Schuld abnehme, erlöse davon. Ein großes Durcheinander, dem wir halb- und unbewusst in jedem Fall ausgesetzt sind.


Ein Schuldgefühl entsteht hauptsächlich dann, wenn wir ein höchstpersönliches Gesetz gebrochen haben. Die übertretene Regel muss wichtig für uns sein, an das zu halten wir uns bewusst oder unbewusst verpflichtet haben, oder uns dazu verpflichtet fühlen.


Schuldursache Nummer eins ist: wir übertreten ein inneres Gesetz. Alle inneren Gesetze, die uns oft unbemerkt steuern, weil sie uns bei einer Übertretung mit Schuldgefühlen versorgen, wurden im Laufe des Lebens gelernt und von der Familie und Gesellschaft übernommen. Da gibt es förderliche und hemmende Gesetze, auch Loyalitäten den Eltern gegenüber, die wir internalisiert haben. Das bedeutet, dass wir uns selbst so behandeln, wie wir von den Eltern behandelt wurden.

Es gilt die nötigen von den übertriebenen Schuldgefühlen zu unterscheiden. Denn übertriebene Schuldgefühle führen zu Angst, und anderen psychischen Erkrankungen und zu einer Krise innerhalb der Krise.

Verena Kast sagt zu diesem Thema u.a. dass die Verantwortlichkeit die Kehrseite der Medaille der Schuld ist.

Damit sind wir bei der Frage angelangt, wofür wir verantwortlich sind und sein können, und wofür nicht. Es gibt Menschen, die übernehmen jede Verantwortlichkeit, die sie nur kriegen können und das spricht für große innere Schuldgefühle und innere Kritiker. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die fühlen sich für nichts verantwortlich und das spricht eventuell für eine zu große Anspruchshaltung des Verwöhntwerdens.


Alles hat seinen Ursprung in der Sozialisierung und wie du als Kind in der Familie mit dem Thema Schuld, Gewalt und mit welchen Methoden damit umgegangen wurde. Schuldgefühle entstanden vielleicht durch emotionale Erpressung oder Manipulation in der Familie. D.h. auch, dass das innere Kind sich schuldig fühlt, einfach weil es schlecht behandelt wurde und damit glaubt nicht richtig zu sein. Das innere Kind in dir tut alles, um diese Schuld loszuwerden, um geliebt zu sein, um richtig zu sein um die übernommene Schuld gut zu machen.


In der Krise sind Schuldgefühle besser erkennbar und können aber auch belastender als sonst wahrgenommen werden.


Welches vorrangige Schuldgefühl mach dich auf ein inneres Gesetz aufmerksam?


Mögliche weitere Fragen:

Hätte ich etwas besser machen können?

Bin ich richtig?

Darf ich eine eigene Meinung haben?

Woran muss ich mich halten?

Wofür bin ich wirklich verantwortlich?


Diese Fragen, bzw. viele andere können dich beschäftigen.

Der Weg zur Veränderung beginnt damit, diese inneren Gesetze erst mal zu erkennen.

Das was gelernt ist, kann aber auch neu gelernt, verlernt werden. Das Neu-Schreiben von eigenen Gesetzestexten liegt in deiner Hand, bzw in deinem Gehirn.


„Schau Dich weniger um und stelle Dir mehr vor.“

Abraham Hicks

Übung: Gestalte eine Collage von einem Inneren Gesetz, das du loslassen möchtest. Schreibe danach den alten „Gesetzestext“ auf und erkenne die/den eigentliche VerfasserIn dieses Gesetzes aus der Vergangenheit. Dann schreibe den Gesetzestext so um, wie du ihn gerne für dich hättest und nach dem es sich für Dich gut leben lässt. Gib dir selbst die Erlaubnis dazu. Dann gestalte in einer weiteren Collage dein neues Gesetz, nachdem du – auch in und nach der Krise – gerne leben möchtest.