Phase 4_ Tag 27: Die Schwelle zur Neuen Welt



Tag 27_Phase 4: Die Schwelle zur Neuen Welt


„Welches Gefühl es wohl wäre, wie eine Schlange die Haut abzustreifen, wenn sie zu klein geworden ist?Das Unwohlsein, das die meisten an der Schwelle zu etwas Neuem verspüren, lässt sich wohl mit diesem Gefühl vergleichen, Tatsächlich hat jede neue Phase im Leben einen schwierigen Anfang..............Meine Seele trägt wie mein Körper das Geheimnis von Wandel und Wachstum in sich“


-Aus: „Jeder Morgen bringt eine neue Hoffnung“, Karen Casey und Martha Vanceburg


Am Ende der Krise kommt man an wichtige Übergänge, Schwellen, die überschritten werden möchten, und einen neuen Lebensabschnitt einläuten. Mit dem Gefühl, an der Schwelle zu stehen, gehen normalerweise große Unsicherheit, Verzweiflung bis hin zu Panikattacken, Orientierungslosigkeit, extreme Zweifel und am Ende dann aber auch hin zur Freude und Erleichterung.


Wir brauchen Hilfsmittel, wie z. B. Rituale zur Hand, um gekonnt diese Neugeburt vorzubereiten.

Die Emotionen brauchen ein angemessenes Ritual, um die Tür zum neuen Erlebnisraum zu öffnen.


Ein Ritual unterscheidet sich von den gewöhnlichen Handlungen in mehreren Punkten.

Zum einen ist es wiederholbar, es besitzt damit eine gewisse Form, und es ist unumkehrbar. Das bedeutet, wenn die Veränderung, die das Ritual besiegelt hat, aufgehoben werden soll, bedarf es eines neuen Rituals.

Ein weiteres Merkmal des Rituals ist das Motiv, ein Ebene, die über sich selbst hinausweist und transzendenten Bezug hat. Es verbindet die Seele mit ihrem Ursprung, ihrer Quelle tiefen Vertrauens und führt gleichzeitig in die irdische Erfahrung.

Dann beinhaltet ein Ritual auch ein Opfer. Das überholte wird geopfert, damit Raum für das Neue entsteht. Dies lässt sich immer mit dem Gefühl „zu sterben“ vergleichen. Letztendlich wird ein wirkliches Ritual einen spürbaren Wechsel bewirken, der von Außenstehenden wahrgenommen werden kann.


Der Prozess eines Rituals:


1. Absonderung vom bisherigen Lebensbereich

2. Die Einweihung in den neuen Lebensabschnitt

3. Die Übernahme der neuen Aufgabe.


Solange die innere Magie sich in ihrem Wandlungsprozess befindet, haben wir normalerweise Angst. Denn das Bekannte ändert sich und wir müssen für eine Weile sogar relativ tatenlos dabei zusehen. Nicht selten haben wir an diesem Punkt das Gefühl, keinen Einfluss mehr zu haben, ohnmächtig inmitten des Lebens zu stehen, ohne Zugriffmöglichkeiten.


Eine gute Möglichkeit ist es in der Phase uns mit Schwellenhütern in Märchen und Mythen zu beschäftigen. Es sind entweder wilde Höllenhunde, Sphinxe, Drachen, Schlange, Dämonen und mehr. Sie bewachen den Eingang zu einem geheimen Raum, einer anderen Welt oder einem Heiligtum. Nur, wer eine positive Motivation hat und es versteht, ganz bei sich und seinen Vorhaben zu bleiben, kann sie passieren.


Was sagt uns das?


Damit wir die Schwelle überschreiten können, müssen unsere Schattenanteile zu Verbündeten geworden sein und ihr Einverständnis geben. Die wilden ungebändigten Anteile, die Ängste, Aggressionen und zerstörerischen Kräfte müssen zu unserem Schutz bereit sein und in die Gesamtpersönlichkeit eingebunden werden, damit sie den Weg des Fortschreitens freigeben. - Aus „Krisengeschenke“ von Ulla Janascheck


Rituale unterstützen dich darin, wichtige Übergänge in deinem Leben zu bestärken und sichtbar zu machen. Sie bringen ans Licht, welche Schritte oder auch Korrekturen nötig sind, damit deine Lebensbewegung im Fluss bleibt.


Übung:

Mache dir dein Anliegen bewusst und schau, was für Bilder dazu auftauchen, welche Handlung dazu passen würden. Das kann zum Beispiel ein bewusster Schnitt sein, einen Samen setzen, …. Wichtig ist deine Absicht dahinter. Bereite also alles vor, was du brauchst.

Suche einen geeigneten Platz. Wenn du gerne kreativ bist, kannst du ihn schmücken. Wenn du gerne Zeugen möchtest, lade Menschen dazu ein. Ruf dann die Kraft oder Kräfte an, an die du dich mit deinem Anliegen wenden möchtest. Wissen und formulieren, was das eigene Anliegen ist und sich damit an eine größere Kraft wenden (Gott, Natur, Engel, …) mit einer symbolischen Geste. Das kannst du in Stille tun oder tanzend, singend, trommelnd, ….

Sprich dann dein Anliegen am besten laut aus und vollziehe die Handlung beziehungsweise Geste, die du dir überlegt hast. Lass sie wirken und lausche mit all deinen Sinnen. Manchmal kommt eine Antwort sofort, manchmal erst später, oft auf unerwartete Weise. Bedanke dich am Ende bei den Kräften, die du gerufen hast.

Ein klarer Anfang und ein klares Ende – wie etwa eine Kerze zu Beginn anzuzünden und am Schluss wieder auszublasen – sind wichtig, um den rituellen Raum klar vom Alltag zu trennen.